Die Trainervorgabe für die GOC 2026 an Jürgen und Katrin Kosch war eindeutig: “Ich erwarte euch im Finale. Wenn ihr es jetzt nicht schafft, wird das wahrscheinlich nie mehr was.” So formulierte Anton Skuratov seine klare Ansage.
Dass dieser Plan nur bei den Rising Stars als realitätsnah angesehen werden konnte, war allen Beteiligten klar. Doch zunächst stand für Koschs das Turnier WDSF Open Standard Senior IV an. Mit 150 Paaren aus 17 Ländern inklusive den amtierenden Welt- und Europameistern war dieses Turnier (wie viele andere auch) hochkarätig besetzt. Die Vor- und erste Zwischenrunde verliefen vielversprechend. Das Paar konnte sich gut präsentieren. Im Achtelfinale war dann leider die Weichheit der Bewegungen etwas auf der Strecke geblieben, sodass Jürgen und Katrin den Sprung ins Viertelfinale und damit ihr für dieses Turnier gesteckte Ziel um zwei Plätze verfehlten. Mit Platz 28 war aber ein Zwischenschritt erreicht.
Beim zwei Tage später folgenden Turnier GOC Senior IV Standard Rising Star tanzten 76 Paare aus 15 Ländern. Hier sollte es endlich mit dem Finaleinzug klappen. Nach vier Ausscheidungsrunden wurden Jürgen und Katrin tatsächlich zum Finale des Turnieres aufgerufen. Damit war die Zielvorgabe Finale schon mal erfüllt. Neben einem japanischen, einem italienischen und einem französischen Paar hatten sich drei deutsche Paare für das Finale qualifiziert. “Jetzt bloß nicht Letzter in dieser Runde werden!” schoss es Jürgen und Katrin durch den Kopf. “Fokussiert bleiben! Nicht verkrampfen!” Obwohl sich die Alte Reithalle inzwischen deutlich geleert hatte (es ging auf 22:30 Uhr zu), fanden sich neue Unterstützer wieder ein. Die Stimmung stieg von Tanz zu Tanz. Koschs konnten sogar auf einen richtig großen Fanblock bauen und ließen sich von diesem durch das Finale tragen.
Als zur Siegerehrung die Plätze sechs bis vier vergeben waren und Jürgen und Katrin Kosch immer noch nicht aufgerufen worden waren, eine Medaille also sicher war, bahnten sich Freudentränen ihren Weg. Am Ende wurde es sogar Platz 2 mit ganz knappem Vorsprung vor den Drittplatzierten aus Berlin. Sieger des Turnieres wurde das Paar aus Japan.

